Traumasensible Erlebispädagogik
Erlebnispädagogische Angebote können traumatisierten Kindern und Jugendlichen ermöglichen, was diese oft so dringend brauchen: das Erfahren von Selbstwirksamkeit und das Erleben und Erlernen von Affektregulation.
Die Problem: Traumatisierte jungen Menschen haben oft große Schwierigkeiten, erlebnispädagogische Angebote gut für sich zu nutzen. Die erlebten Traumata blockieren auch in diesem Bereich die Teilhabe an den Angeboten. Traumatisierte Kinder und Jugendliche reagieren besonders sensibel auf Stress. D.h. auch positiver Stress und sogar freudvolle Momente können zu Überforderung und zur Aktivierung der erlernten Notfallstrategien führen und bewirken somit das Gegenteil. Mitunter können schwere emotionale Krisen ausgelöst werden.
Erlebnispädagogik darf deshalb nicht traumatisieren, aber auch nicht langweilen.

Wir verbinden beide Ansätze und bieten traumasensible erlebnis- und naturpädagogische Angebote.
Erlebnispädagogik bedeutet immer, die Komfortzone zu verlassen und bietet dann vielseitige, neue und heilsame Lernmöglichkeiten. Oft stehen sich somit Traumapädagogik und Erlebnispädagogik gegenüber, z.B. durch die Unberechenbarkeit realer Situationen in erlebnispädagogischen Angeboten gegenüber einem möglichst berechenbaren Umfeld in der Traumapädagogik.
Gemeinsam haben beide Arbeitsfelder, dass Veränderungsprozesse nicht im gewohnten Umfeld geschehen können, es braucht neue korrigierende Erfahrungen, die aber traumapädagogisch ausgerichtet werden müssen und nicht überfordern dürfen.
Die Komfortzone zu verlassen, kann für traumatisierte Kinder und Jugendliche einen massiven Kontrollverlust bedeuten, deshalb beginnt unsere Arbeit damit, diese Komfortzone (bzw. den sicheren Ort) aufzubauen und diese so zu gestalten, dass die jungen Menschen sich irgendwann trauen, sie langsam und in geplanten Schritten zu verlassen.
Wir ermöglichen den Kindern und Jugendlichen einprägsame und bereichernde Erfahrungen in gewohnten und später in ungewohnten Situationen und achten gleichzeitig auf das benötigte Maß an Sicherheit, Kontrolle und Stabilität.
Unsere erlebnispädagogischen Angebote werden so gewählt, dass sie einen Kontrast zu den traumatischen Erfahrungen darstellen und neue Erfahrungen gemacht werden können. Sie werden eng durch uns begleitet und finden in einem pädagogischen, kontrollierten und v.a. sicheren Rahmen statt. Wir legen den Fokus auf Wiederermächtigung, also auf die Wiederherstellung von Sicherheit und Selbstwirksamkeit.


